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Welche Arten von Bewerbungsgesprächen gibt es?

Was ist ein Bewerbungsgespräch?

Ein Bewerbungsgespräch ist eine Möglichkeit des Unternehmens dich kennen zu lernen. Sie können im Gespräch deine Fertigkeiten testen, aber auch herausfinden, ob du gut zum Unternehmen passt.

Ablauf

Ein Bewerbungsgespräch läuft normalerweise nach einem bestimmten Schema ab. Abweichungen gibt es zwischen den verschiedenen Formen eines Bewerbungsgespräches, die wir später genauer erläutern. In dieser Anleitung beschäftigen wir uns mit dem „normalen“ Bewerbungsgespräch.

Nachdem du deine Bewerbung an das Unternehmen geschickt hast, vergehen normalerweise einige Wochen. In der Regel bekommst du schnell Rückmeldung, dass deine Bewerbung angekommen ist. Nach 2 – 4 Wochen ruft dich das Unternehmen an und lädt dich, falls du Erfolg hattest, zum Bewerbungsgespräch ein. Normalerweise werden dir verschiedene Termine angeboten. Achte bei deiner Wahl darauf, dass du dich in der Woche davor optimal vorbereiten kannst.

Sobald du einen Termin hast, geht es darum, das Gespräch optimal vorzubereiten. Einzelne Übungen und Schritte erklären wir dir hier.

Bewerbungsgespräche bestehen meistens aus einer Kombination verschiedener Gespräche und Tests. Normalerweise beginnt ein solcher Tag mit einem Vorstellungsgespräch. Die Firma wird dir vorgestellt und du lernst erste Kollegen und eventuell andere Bewerber kennen. Nach diesem Gespräch geht es oft in die Einzelgespräche. Manchmal kannst du sogar 2 oder mehr von diesen Gesprächen haben, bevor du eingestellt wirst. In den Einzelgesprächen geht es vor allem darum, dich kennenzulernen und zu schauen, ob du den Anforderungen des Unternehmens gerecht wirst.

Ziele des Bewerbungsgespräches sind also:

  1. Dem Unternehmen als Person zu gefallen
  2. Dem Unternehmen zu zeigen, dass man den Anforderungen gerecht wird

Oft ist es so, dass viele fähige Bewerber eingeladen werden – schließlich sieht man einige Fertigkeiten schon in der schriftlichen Bewerbung. Im Gespräch geht es darum, den Personalverantwortlichen zu überzeugen, dass er gerne längere Zeit mit dir zusammenarbeiten möchte. Sei also nett und freundlich.

Nach dem Gespräch geht das Warten los. Manche Unternehmen geben dir direkt nach den Gesprächen eine Antwort, ob du genommen wurdest oder nicht - andere brauchen etwas länger. In manchen Fällen kann es sogar sein, dass du zu einer zweiten Interviewrunde eingeladen wirst.

Solltest du keinen Erfolg haben, bekommst du eigentlich immer ein Feedback, warum du nicht genommen wurdest. Solltest du es nicht bekommen, fordere es unbedingt ein: Es hilft dir bei weiteren Bewerbungen.

Solltest du genommen werden, bekommst du normalerweise eine gewisse Bedenkzeit, um dem Unternehmen zu antworten. Natürlich kannst du auch direkt zu- oder absagen.

Verschiedene Formen eines Bewerbungsgesprächs

Bewerbungsgespräche unterscheiden sich von Unternehmen zu Unternehmen. In manchen (kleineren) Firmen kann es sein, dass du nur mit einer Person sprichst, keine Tests, Aufgaben lösen musst. In anderen Firmen kann aber auch eine ganze Reihe von Prüfungen auf dich warten.

Das normale Bewerbungsgespräch

Im Normalfall hast du ein Bewerbungsgespräch mit 1 – 3 Personen. Jede dieser Personen spricht dann ca. 45min bis eine Stunde mit dir und macht verschiedene Aufgaben und Tests (siehe „mögliche Inhalte“). Danach besprechen sich diese Personen und fällen dann gemeinsam die Entscheidung ob du genommen wirst oder nicht.

Das Assessmentcenter

In vielen größeren Unternehmen wird mittlerweile ein Assessmentcenter veranstaltet. Dies ist eine Kombination aus mehreren Stationen aus Aufgaben, Tests und Gesprächen, an denen viele Bewerber gleichzeitig getestet werden. Normalerweise musst du zu Beginn des Tages einige schriftliche Tests absolvieren (siehe „mögliche Inhalte“). Wenn du dort gut abschneidest, geht es in die Gruppenübungen. Beispielsweise könntest du in einer Gruppe aus Bewerbern eine Frage gestellt bekommen, die ihr gemeinschaftlich lösen müsst. Dabei wird dein Verhalten analysiert und getestet. Solltest du gut abschneiden, könnte man von dir verlangen, dass du eine kurze Präsentation vorbereitest und diese vor einer Jury vorträgst. Erst danach und ganz zum Schluss wirst du ein „normales“ Bewerbungsgespräch haben. Der Aufbau von Assessmentcentern unterscheidet sich natürlich von Firma zu Firma – du bekommst vorher beschrieben, wie der Tag abläuft.

Achtung:  Es gibt Berichte, dass an solchen Tagen noch mehr geprüft wird. In einer internationalen Hotelkette wurde vorher auf den Toiletten das Toilettenpapier abgehängt. Nachdem Bewerber auf der Toilette waren, wurde geschaut, ob diese das Papier wieder aufgehängt haben. Sollten es immer noch abgehängt sein, interpretierte das Unternehmen das als „fehlende Eigeninitiative“ und Bewerber hatten schlechte Karten. Oft wird dir auch beim Essen zugeschaut – achte daher auf gute Manieren über den ganzen Tag.

Das Telefoninterview/ Skypeinterview

Unternehmen haben oft nicht die Ressource, alle Bewerber persönlich zu interviewen. Daher wird manchmal ein Telefoninterview vorgeschaltet. Ein Personalverantwortlicher ruft dich an und testet schon am Telefon, ob du ein aussichtsreicher Kandidat bist oder nicht. Danach wirst du dann zu richtigen Gesprächen eingeladen. Inhalt eines solchen Interviews sind meistens persönliche Fragen und einfache fachliche Zusammenhänge. 

Mögliche Inhalte eines Bewerbungsgesprächs

Mögliche Inhalte eines Bewerbungsgesprächs

Was kommt in einem Bewerbungsgespräch vor? Was werde ich gefragt und auf was muss ich mich vorbereiten?

Persönlichkeit

Hauptziel eines Bewerbungsgespräches ist es herauszufinden, wie du bist und ob dein Charakter und deine Art zum Unternehmen passen. Daher ist ein Hauptteil des Gesprächs darauf ausgelegt, dich kennenzulernen – bereite dich darauf vor und überlege dir genau, wie du dich selbst vorstellst.

Mathe

Grundlegende Mathekenntnisse sind für fast jeden Beruf wichtig. Daher stellen Unternehmen immer öfter einfache Matheprobleme, um dich zu testen. Widerhole in jedem Fall folgende Themen, bis du absolut sicher bist:

  • Grundlegende Matheoperationen im Kopf (Plus, Minus, Mal, Geteilt)
  • Dreisatz (5 Äpfel kosten 2€, wie viel kosten 3 Äpfel?)
  • Prozentrechnung (Originalpreis: 25€, Rabatt: 20%, Wie viel kostet es jetzt?)
  • Zahlenfolgen/ Logiktest (Zahlenfolge: 4, 10, 22 Wie lautet die nächste Zahl?)

In manchen Unternehmen musst du sogar vorher einen Mathetest machen, bevor du eingeladen wirst.

Deutsch

Insbesondere wenn du einen Beruf ausüben möchtest, der direkten Kundenkontakt hat, musst du einwandfreies Deutsch sprechen und schreiben können. Währen des Gesprächs solltest du daher einwandfrei Hochdeutsch sprechen und Umgangssprache vermeiden. Beim Sprechen achte insbesondere auf richtige Grammatik und die richtige Wortwahl.

In manchen Firmen musst du zusätzlich noch einfache Deutschtests machen. Diese beinhalten Themen wie Rechtschreibung, Kommasetzung und grammatische Probleme. Falls du Probleme mit Deutsch hast, bereite dich explizit darauf vor.

Englisch

Ähnlich ist es mit der wichtigsten Fremdsprache: Englisch wird oft vorausgesetzt. Ein Englischtest ist sehr selten, es kann aber passieren, dass ein Personalverantwortlicher dich im Gespräch bittet auf Englisch zu antworten. Wenn du ausreichend Zeit hast, kannst du die Fragen, die wir später genauer besprechen, nochmal auf Englisch durchgehen, um perfekt vorbereitet zu sein. Achte insbesondere darauf, dass du laut sprechen übst und dabei möglichst wenig ins Stocken kommst.

Allgemeinwissen

Viele Unternehmen testen auch dein Allgemeinwissen. Insbesondere Geographie und Politik sind beliebte Themengebiete. Bereite dich also auf Fragen nach den Bundesländern, Nachbarländern und deren Hauptstädte sowie auf Fragen nach unserem politischen System vor. Tipp: Enorm hilfreich ist regelmäßiges Zeitunglesen. Kaufe dir in der Woche vor deinem Interview regelmäßig eine Zeitung oder lies Nachrichten online. Aktuelle Themen sind oft Bestandteil von Smalltalk während des Bewerbungsgesprächs und daher sehr wichtig.

Fachliche Fragen

Für einen Personalverantwortlichen ist es selbstverständlich sehr wichtig herauszufinden, ob du den Aufgaben im Unternehmen fachlich gewachsen bist. Solltest du dich daher in einem technischen Beruf bewerben und die Stelle fordert ausdrücklich gewisse Vorkenntnisse, wirst du hierzu befragt. Bewirbst du dich zum Beispiel als Mechatroniker, könntest du gefragt werden, was die Funktion der Achse in einem Auto ist, oder was ESP bedeutet. Bei der Bewerbung zu einer Ausbildung wird aber normalweise „nur“ Allgemeinbildung zu einem Thema abgefragt – So findet das Unternehmen heraus, ob du wirklich Interesse an dem Beruf hast.

Vorbereitung eines Bewerbungsgesprächs

Vorbereitung

Vorbereitung ist in einem Bewerbungsgespräch alles. Eigentlich bereitest du dich schon dein ganzes Leben darauf vor: Schule, Kindergarten, selbst Sprechen lernen sind Qualitäten, die in vielen Berufen vorausgesetzt werden. Wir beschäftigen uns hier aber mit direkter Vorbereitung auf das Gespräch. Die richtige Vorbereitung macht zu einem Großteil aus, ob du genommen wirst oder nicht. Achte daher darauf, früh genug anzufangen und dich gewissenhaft auf das Gespräch vorzubereiten.

Der erste Schritt sind Informationen – du musst verstehen, wie das Unternehmen ist, was von dir gefordert wird und vor allem: Wer du bist.

Informationen sammeln

Über das Unternehmen

Zunächst einmal musst du das Unternehmen kennen lernen. Geh‘ auf die Website und lies dir alles durch:

  • Was ist dem Unternehmen wichtig?
  • Was sind die Werte des Unternehmens?
  • Was macht das Unternehmen?
  • Wie viele Mitarbeiter arbeiten in dem Unternehmen?
  • Wo ist das Unternehmen überall vertreten?

Ziel ist es, zu verstehen, wie das Unternehmen „tickt“. Nur so kannst du am Ende für dich entscheiden, ob du zu dem Unternehmen passt und ob du dort arbeiten möchtest.

Über die Branche

Genauso wichtig ist es zu verstehen, in welchem Umfeld das Unternehmen arbeitet. Versuche die Branche und Industrie zu verstehen:

  • Was sind die Wettbewerber des Unternehmens?
  • Gibt es große oder kleine Konkurrenten?
  • Was sind Themen, die in der Branche gerade aktuell sind?

In Bewerbungsgesprächen kann es vorkommen, dass du zu solchen Themen befragt wirst. Die Personalverantwortlichen testen so, ob du dich für das Thema interessierst, in dem das Unternehmen agiert. Zusätzlich kannst du so herausfinden, ob es noch andere Unternehmen gibt, bei denen du dich bewerben könntest.

Über die Anforderungen

Genauso wichtig ist es, zu verstehen, was von dir verlangt wird. Schau hierzu in die Stellenausschreibung deines Unternehmens. Eventuell kannst du auch in die Stellenausschreibungen ähnlicher Jobs schauen oder mit jemanden aus dem Beruf sprechen, um zu erfahren, was von dir verlangt wird.

Sobald du weißt, was die Anforderungen sind, kannst du beginnen, dich darauf gezielt vorzubereiten.

Die eigene Bewerbung

Oft vergehen zwischen Bewerbung und Gespräch einige Wochen. Trotzdem wird von dir verlangt, genau zu wissen, was du „damals“ geschrieben hast. Schau dir daher nochmal genau an, wie du dich beworben hast und stelle sicher, dass du deinen Lebenslauf auswendig kannst.

Gehaltsvorstellung

Du solltest im ersten Gespräch nicht nach dem Gehalt fragen – dies kannst du dann später in den Vertragsgesprächen machen. Es passiert jedoch, dass der Personalverantwortliche dich nach deinen Gehaltsvorstellungen fragt. Bereite dich hier vor, indem du googlest, was man normalerweise verdient oder Leute in dem Beruf befragst. Im Gespräch solltest du nicht fordernd wirken, sage viel lieber: „Ich weiß, dass man normalerweise xyz verdient und würde mir ein ähnliches Gehalt vorstellen. Natürlich kommt der Verdienst auch auf andere Leistungen an, die das Unternehmen bietet.“

Fragen vorbereiten

Viele Fragen in Bewerbungsgesprächen sind gleich. Daher lohnt es sich, die wichtigsten Fragen vorzubereiten und so im Bewerbungsgespräch einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Im Internet findest du eine detaillierte Liste an Fragen, die oft in einem Bewerbungsgespräch gefragt werden. Du kannst Sie unter: www.grenzenlose-bildung.deherunterladen. Wir empfehlen dir zu jeder Frage stichpunktartig deine Antwort vorzubereiten und diese einige Male aufzusagen, um perfekt vorbereitet zu sein.

Technische Fragen

Technische Fragen testen, ob du das nötige Wissen hast, um in einem Beruf erfolgreich zu werden. Oft werden dir spezifische Probleme gestellt, die du lösen musst. Achte bei der Beantwortung darauf, „laut mitzudenken“. Das heißt, du erklärst dem Gesprächspartner deinen Lösungsweg und zeigst so, dass du ein Thema wirklich verstanden hast. Bei technischen Fragen kommt es vor allem auf den Lösungsweg an. Solltest du dich leicht irren oder verrechnen, ist dies meistens nicht so schlimm. Es geht darum, dass du verstanden hast, über was du redest.

Tipp 1: Da es auf den Lösungsweg ankommt, lohnt es sich vorher darüber nachzudenken wie man ein Problem löst. Daher ist es ausdrücklich erwünscht, dass du, bevor du antwortest, kurz darüber nachdenkst. Sage einfach: „Ich würde mir gerne Gedanken zu dem richtigen Lösungsweg machen, bevor ich antworte.“ Nimm ein Stück Papier und schreibe deinen Weg auf – so machst du beim Antworten weniger Fehler.

Tipp 2: Merkst du beim Beantworten der Frage, dass du einen Fehler gemacht hast, ist es kein Problem dem Interviewer zu sagen: „Mir ist gerade aufgefallen, dass ich mich an dieser Stelle verrechnet habe und würde meinen Fehler gerne korrigieren.“

 Typische Fragen:

  • Wir haben folgendes Problem mit einem Kunden: … Wie würden Sie in dieser Situation handeln?
  • Wie funktioniert ein 4-Takt Motor? (bei der Bewerbung zu einem technischen Beruf)
  • Erläutern Sie mir bitte, wie man das Betriebssystem eines Computers neuinstalliert. (bei einer Bewerbung zum Informatiker)

Motivationsfragen

Für Unternehmen ist es wichtig, dass du motiviert bist. Motivierte Mitarbeiter halten mehr Stress aus, bringen bessere Ergebnisse und bleiben länger im Unternehmen. Motivationsfragen testen daher, wie sehr du an dem Beruf interessiert bist. Ein Indikator für hohe Motivation ist Wissen über den Beruf. Typische Fragen sind:

  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Was wissen Sie über unsere Branche?
  • Was interessiert  Sie besonders an unserem Unternehmen?

 Bei der Beantwortung dieser Fragen helfen dir insbesondere die Informationen die du im Internet über das Unternehmen und die Branche gesammelt hast.

Stärkefragen

In der Stellenausschreibung stellt das Unternehmen klare Kriterien auf, was es in einem Bewerber sucht. Im Idealfall sind dies genau deine Stärken. Wichtig bei Stärkefragen ist es daher, Stärken zu nennen die im Kontext des Berufs stehen. Wenn du dich, zum Beispiel, für eine Schreinerausbildung bewirbst, sind Stärken wie: „Ich kann sehr gut mit Holz umgehen und mag es Dinge zu konstruieren.“ sehr gut. Achte dabei darauf, dass du deine Stärken nicht nur aufzählst, sondern direkt Beispiele dafür gibst.

Beispiel: Bewerbung zur Ausbildung zum Bäckereifachverkäufer

Frage: „Was sind Ihre Stärken?“

Antwort: „Meine Stärken liegen insbesondere im Umgang mit Menschen. Ich mag es mit Leuten zu sprechen und diese zu beraten. In meinem Ferienjob als Kellner konnte ich viel über den Umgang mit Kunden lernen. Zusätzlich bin ich sehr gewissenhaft. Ich mag es Sachen richtig zu machen und möchte, dass andere Menschen sich auf mich verlassen können. In der Schule habe ich in Gruppenarbeiten immer großen Wert auf Qualität und Verlässlichkeit gelegt.“

Du solltest mindestens 3 Stärken mit Beispielen vorbereiten.

Typische Fragen:

  • Was sind Ihre Stärken?
  • Nennen Sie bitte drei positive Eigenschaften, die Ihre Freunde über Sie sagen würden.
  • Sagen Sie mir etwas über Sie, das ich Ihrer Meinung nach unbedingt wissen sollte.

Schwächefragen

Genauso, wie das Unternehmen wissen möchte, was du gut kannst, möchte es auch wissen was du nicht kannst. Daher fragen sie dich auch nach deinen Schwächen. Hierbei solltest du darauf achten, Schwächen möglichst positiv auszudrücken und Schwächen zu nennen, die nicht (viel) mit deinem Wunschberuf zu tun haben. Mach dir am besten eine Liste mit Schwächen und suche dir danach die raus, die am wenigsten mit dem Beruf zu tun haben. Wichtig ist auch, dass du symbolisierst, wie du mit den Schwächen umgehst.  Sage also dazu, wie du an den Schwächen arbeitest. Nenne immer weniger Schwächen als Stärken und habe immer noch mal eine Schwäche in „Reserve“: Personaler mögen es, nach weiteren Schwächen zu Fragen.

Beispiel: Bewerbung zur Ausbildung zum Bäckereifachverkäufer

Frage: „Was sind Ihre Schwächen?“

Antwort: „Ich bin nicht der Beste in Fremdsprachen. Insbesondere mein Französisch ist nicht so gut, wie es sein sollte. Allerdings habe ich es im letzten Jahr geschafft, mein Englisch aufzubessern: Heute habe ich keine Probleme mehr auf Englisch Gespräche zu führen und auch Kunden zu bedienen.“

Wie du siehst, hast du eine unwichtige Schwäche (Französisch) sehr positiv rübergebracht, indem du auf deine tollen Englisch-Kenntnisse hingewiesen hast.

Typische Fragen:

  • Was sind Ihre Schwächen?
  • Nennen Sie drei negative Eigenschaften, die Ihre Freunde über Sie sagen würden.
  • Wie gehen Sie mit Ihren Schwächen um?

Verbotene Fragen

Es gibt auch unerlaubte Fragen, die Personaler manchmal stellen. Dies passiert nicht sehr oft und es geht insbesondere darum, richtig zu reagieren.

Beispiele sind:

  • Planen Sie in den nächsten Jahren ein Kind zu bekommen?
  • Planen Sie in den nächsten Jahren umzuziehen?
  • Haben Sie chronische Krankheiten, die Sie in ihrer Arbeit behindern?
  • Welche Religion haben Sie?
  • Wie ist Ihre finanzielle Situation?
  • Haben Sie Vorstrafen?
  • Sind Sie Single oder haben Sie einen Partner?
  • Wie sind Ihre Familienverhältnisse?
  • Haben Sie ein Problem mit Drogen?
  • Etc.

Deine Reaktion darauf? Gelassen reagieren! Wenn du nicht antworten magst, kannst du die Antwort zwar verweigern, aber dies ist nicht immer sinnvoll. Rechtlich darfst du bei diesen Fragen lügen. Wir würden dir allerdings empfehlen, gelassen mit solchen Fragen umzugehen. Sage einfach: „Eigentlich möchte ich diese Frage nicht beantworten, aber wenn Sie darauf bestehen, kann ich das gerne tun.“ Der Personaler wird dann sicher einlenken – falls nicht, solltest du dir überlegen, ob du wirklich zu diesem Unternehmen möchtest.

Stressfragen

Im Job kann es leicht zu Stress kommen. Unternehmen möchten wissen, ob du mit solchen Situationen umgehen kannst und wie du das tust.

Diese Fragen können in verschiedene Richtungen gehen. Der Personaler könnte dich mitten im Gespräch fragen:

  • „Was ist 324 geteilt durch 3?“

Oder er könnte dich unangenehme Sachen fragen wie:

  • „Ich habe in Ihrem Facebook Profil ein Party Bild von Ihnen gesehen, dass Sie ziemlich betrunken in der Ecke liegend zeigt. Passiert Ihnen das öfter?“

In solchen Situationen geht es darum, einen möglichst kühlen Kopf zu bewahren und die Situation souverän zu entschärfen. Solltest du z.B. solche Bilder in Facebook haben, überlege dir vorher, wie du darauf antwortest (und nimm sie am besten ganz raus). Eine gute Antwort könnte sein:

„Das Bild tut mir ausgesprochen Leid. Selbstverständlich ist mir das nur in diesem Fall passiert. Ich hatte meinen Bekannten gebeten, es aus dem Internet zu nehmen, er hat es bisher allerdings noch nicht gemacht. Auch wenn es sehr schlimm aussieht, kann ich Ihnen versichern, dass es mir gut ging. Ich wurde auf diesem Bild nur sehr schlecht getroffen. Entschuldigen Sie bitte.“

Im Rechenbeispiel geht es darum, schnell zu reagieren: Rede laut und führe deinen Gesprächspartner durch die Rechnung – das verschafft dir Zeit  und kommt gut an:

Frage: „Was ist 324 geteilt durch 3?“

Antwort:

„Also, 300 geteilt durch 3 ist 100. Bleiben noch 24 geteilt durch 3: Das macht 8. 324 geteilt durch 3 ist also 108.“

Wie du merkst geht es bei solchen Fragen hauptsächlich um gutes Auftreten – zeig dem Unternehmen, dass du auch unter Stress arbeiten kannst und nimm solche Fragen nicht persönlich.

Tipp:  Sollte ein Personaler dich testen wollen, kann es sein, dass er falsche Behauptungen aufstellt und deine Meinung dazu hören möchte. Falls du widersprechen möchtest, beginne deinen Satz mit „Da bin ich anderer Meinung …“ – somit gibst du deinem Gegenüber die Chance, eine Diskussion anzufangen und zeigst dich offen, auch die andere Perspektive zu hören.

Typische Fragen:

  • Im Profil eines Ihrer besten Freunde auf Facebook ist ein Foto von Ihnen verlinkt, dass Sie in ziemlich schlechtem Zustand auf einer Party zeigt. In den Profilen Ihrer anderen Freunde haben wir ähnliche Bilder gesehen. Können Sie diese Fotos erklären?
  • Warum sind Kanaldeckel rund?
  • Nennen Sie mir 10 Dinge, wozu man einen Stift noch benutzen kann!

Hört sich kompliziert an? Unter Downloads findest du eine ausführliche Liste von typischen Fragen im Bewerbungsgespräch.

Eigene Fragen vorbereiten

Am Ende eines Bewerbungsgespräches gibt es Zeit für deine Fragen. Du solltest daher auf jeden Fall 2 – 3 Fragen vorbereitet haben, um diese dann zu stellen. Stellst du keine Fragen, sieht es so aus, als ob du dich nicht wirklich für das Unternehmen oder den Job interessierst. Bereite daher eigene Fragen vor. Insbesondere die Internetseite des Unternehmens gibt dir dafür viele Informationen.

Beispiele:

  • Haben Sie zur Zeit noch weitere Auszubildende in Ihrem Unternehmen?
  • Gibt es die Möglichkeit, die Ausbildungszeit zu verkürzen, falls die Leistungen entsprechend sind?
  • Wie sähe mein Arbeitsalltag aus? Ist es sehr abwechslungsreich?
  • Haben Auszubildende auch Kundenkontakt oder beschränkt sich das Aufgabenfeld zunächst auf interne Aufgaben?

Die richtige Planung

Richtige Planung

Im Vorfeld alles genau zu planen ist wichtig, sodass am Tag des Gesprächs nichts schief geht. Achte daher darauf, dass du immer alle wichtigen Daten im Kopf hast und genau weißt, was wann zu tun ist. Du solltest nicht zu spät kommen und auch nicht viel zu früh.

Vorbereitung

Für die Vorbereitung solltest du ca. 2 Wochen einplanen. In dieser Zeit kannst du trotz normaler Termine wie Schule und Sport genug Zeit in die Vorbereitung investieren, sodass du alles geregelt bekommst. Achte allerdings darauf, dass du keine „größeren“ Themen vorbereiten musst. Wird von dir gefordert, dass du sehr gute Mathekenntnisse hast und du musst den ganzen Stoff aus der Unterstufe wiederholen, solltest du eindeutig mehr Zeit einplanen.

Der Morgen davor

Am Morgen vor dem Gespräch solltest du rechtzeitig aufstehen. Du brauchst Zeit, um dich fertigzumachen, in Ruhe zu essen und eventuell nochmal alles durchzugehen. Außerdem brauchst du Zeit für die Anreise. Stelle dir am besten 3 Wecker, sodass du auf keinen Fall verschläfst.

Anfahrt

Plane früh genug deine Anfahrt zum Gespräch. Falls du mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, plane genug Zeit für Verspätungen und den Fußweg ein. Diesen kannst du online unter www.maps.google.de ( Google Maps) ausrechnen. Solltest du mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, plane zusätzlich einen Puffer von mind. 20 min für Verspätungen ein. Gehe unbedingt auch früh genug zu Hause los, sodass du deinen Bus oder deine Bahn nicht verpasst.

Solltest du mit dem Auto fahren, beachte Sachen wie Berufsverkehr und die Parkplatzsuche. Je nach Distanz zu deinem Gespräch solltest du mindestens 30 min Puffer einrechnen.

Ankunft

Zu spät kommen ist unhöflich – viel zu früh kommen jedoch auch. Solltest du mehr als 15min vor deinem Termin bei dem Unternehmen sein, warte noch vor dem Firmengelände bis du dann zum Empfang gehst. Ab hier wird man dir sagen, was du machen sollst.

Was mache ich im Notfall?

Sollte mal etwas dazwischen kommen, musst du schnell reagieren und das Unternehmen frühzeitig informieren. Du hast einen Platten, stehst im Stau oder schaffst es aus irgendwelchen Gründen nicht pünktlich zum Gespräch? Dann rufe das Unternehmen noch vor dem Termin an, entschuldige dich und erkläre die Situation. Frage nach, ob es ok ist, wenn du zu einer anderen Uhrzeit kommst, oder ob der Termin verschoben werden kann. Wenn du verschlafen hast oder den Termin vergessen hast, überlege dir besser eine gute Ausrede – sonst hast du das Gespräch schon verloren, bevor du angekommen bist (und achte darauf, dass dir das nicht nochmal passiert).

Übungen vor einem Gespräch

Übung macht den Meister

Wie im täglichen Leben ist Übung die halbe Miete. Nachdem du die oben gestellten Fragen vorbereitet hast, solltest du üben, diese zu beantworten. Am besten liest du eine Frage durch und beantwortest sie laut. Folgende Übungen kannst du vor einem Gespräch machen:

Alleine üben

Folgende Übungen solltest du unbedingt vor einem Bewerbungsgespräch machen:

  • Übe‘ die gezeigten Fragen mit deinen vorbereiteten Antworten zu beantworten
  • Beantworte häufig gestellte Fragen laut
  • Mache einfache Mathe - Übungen
    • Rechenarten
    • Prozentrechnung
    • Dreisatz
  • Übe  professionell auf Hochdeutsch zu antworten
  • Versuche, Fragen auf Englisch zu beantworten

Mit Freunden üben

Wenn du dich alleine gut vorbereitet hast, kannst du ein „echtes“ Bewerbungsgespräch nachstellen. Bitte einen Freund, deine Familie oder einen Bekannten den Interviewer zu spielen. Gib ihm eine Frageliste, die er dir stellen soll und beantworte ihm seine Fragen. Nachher sollte er dir Feedback geben, wie er deine Antworten und deine Art zu antworten fand und was du noch verbessern könntest.

Tipp: Auf unserer Homepage www.grenzenlose-bildung.de kannst du dir einen Gesprächsleitfaden runterladen. Schau dir diesen am besten nicht vorher an – gib ihm einfach einem Bekannten und lass ihn dir diese Fragen stellen.

Sehr hilfreich ist es auch, wenn du eine dritte Person über deine vorbereiteten Antworten schauen lässt. Eventuell kann dir deine Familie einen gute Tipp geben, wie du eine schwierige Frage beantworten kannst. Frag doch mal deine Eltern was deine Stärken sind: Sie wissen das ganz bestimmt.

Kleidung und Aussehen

Kleidung und Aussehen

Der erste Eindruck ist sehr wichtig für deinen Erfolg in einem Bewerbungsgespräch. Deine Kleidung und dein Aussehen zeigen dem Unternehmen einerseits, ob du den Job ernst nimmst und andererseits, ob das Unternehmen dich Kunden vorstellen kann. Daher gilt es, dich am Tag der Bewerbung voll auf das Unternehmen anzupassen. Persönlicher Stil etc. stehen an diesem Tag zurück. Es geht nur um deinen Erfolg im Bewerbungsgespräch. Achte jedoch darauf, dass du im normalen Arbeitsalltag nicht zu sehr zurückstecken musst. Wenn du zum Beispiel unbedingt grün-blaue Haare haben möchtest, solltest du dich nicht bei einer Bank bewerben, die von dir fordert, seriös und sehr konservativ aufzutreten. Ein solcher Beruf passt dann einfach nicht zu deiner Persönlichkeit und du solltest dir etwas Passenderes suchen.

Kleidung

Deine Kleidung sollte an diesem Tag auf das Unternehmen und die Branche angepasst werden. Dabei gelten für deine Klamotten folgende 4 Regeln:

1.  Sauber

Deine Klamotten sollten frisch gewaschen sein und weder dreckig sein noch schlecht riechen (z. B. nach Rauch).

2.  Passend

Zu große oder zu kleine Klamotten gehen gar nicht. Achte darauf, dass deine Klamotten gut sitzen.

3.  Ordentlich

Deine Klamotten sollten gebügelt und ganz sein. Du solltest weder Knicke, noch Flecken oder Löcher in deinen Klamotten haben.

4.  Unauffällig

Im Bewerbungsgespräch sollte der Fokus auf dir liegen. Unauffällig heißt, dass du keine grellen Farben, ausgefallenen Schnitte oder sonstige abgedrehte Accessoires anziehen solltest. Dein Ziel sollte sein etwas besser angezogen zu sein, als es im Berufsalltag normal ist, aber dabei unauffällig zu bleiben. Zum Beispiel solltest du keinen Anzug anziehen, wenn du dich als Mechatroniker bewirbst. Bist du dich zu einer Banklehre ist ein Anzug Pflicht. Achtung: Bewirbst du dich als Modedesigner ist das natürlich etwas anderes – hier kann ein ausgefallenes Outfit wichtig sein.

Oberstes Ziel sollte es sein, dass deine Klamotten positiv auffallen und dem Unternehmen zeigen, dass du Respekt und ein gewisses Verständnis für den Beruf hast.

Aussehen

Gleiches gilt natürlich für dein Aussehen. Hier gibt es jedoch eine Reihe von Sonderfällen, die wir gerne besprechen möchten.

Grundsätzlich gilt: Duschen am Morgen ist ein Muss. Dasselbe gilt für Zähneputzen. Niemand möchte einen Bewerber einstellen, der nach Schweiß riecht oder Mundgeruch hat.  Komplizierter wird es mit anderen Themen:

Piercings

Piercings sind ein heikles Thema. Viele Personaler stört es nicht, wenn du Piercings hast - manche jedoch schon. In manchen Berufen sind sie sogar verboten (z.B. bei Flugbegleiterinnen) Zur Sicherheit empfehlen wir dir daher, am Morgen davor alle sichtbaren Piercings abzulegen.

Tattoos

Dasselbe gilt für Tattoos. Falls möglich solltest du Tattoos mit deiner Kleidung verdecken. Dies senkt das Risiko wegen einer solchen Kleinigkeit nicht genommen zu werden – nachträglich sind Tattoos und ähnliches eigentlich kein Problem mehr.

Parfüm

Dass du dein Parfüm liebst, ist klar. Der Personaler könnte es aber eventuell nicht mögen. Benutze daher nur wenig Parfüm oder sonstige Düfte.
(Faustregel Parfüm: Zwei Spritzer am Morgen)

Fingernägel

Fingernägel sollten gepflegt und sauber sein. Frauen sollten auf allzu auffällige Fingerdekoration verzichten.

Frisur

Deine Frisur sollte sitzen, bevor du in ein Bewerbungsgespräch gehst. Für Männer ist Haare kämmen Pflicht! Nichts ist schlimmer als ein Wirbel am Hinterkopf, denn das zeigt, dass du nicht geduscht hast. Aber auch für Frauen gilt die Regel, dass die Frisur sitzen muss. Vermeide auch sehr auffällige oder komplizierte Frisuren, um Fehler oder negatives Auffallen zu vermeiden.

Rasieren

Du solltest dich am Morgen davor unbedingt sauber rasieren. Achtung: Schnitte im Gesicht sehen auch komisch aus.

Schminken

Natürlich dürfen Frauen sich schminken. Achte jedoch darauf, nicht zu viel aufzutragen und möglichst natürlich auszusehen. Tipp: Im Bewerbungsgespräch geht es nicht darum, besonders verführerisch auszusehen, sondern eher seriös. Schminke dich dementsprechend. 

Was du am Tag vor dem Gespräch beachten musst

Der Tag davor

Der Tag vor einem Bewerbungsgespräch ist wichtig, weil du die auf die Prüfung am nächsten Tag einstellen musst und sichergehen musst, dass keine Fehler passieren.

Anreise planen

Plane deine Anreise unbedingt im Voraus. Kläre genau ab, wie du zu dem Gespräch kommst und lege dir auch Alternativpläne zurecht, falls etwas nicht funktionieren sollte. Wie im Punkt „Timing“ schon beschrieben, musst du zusätzlich zur Fahrtzeit noch ausreichend Puffer einplanen.

No Gos

Es gibt eine Reihe von Aktivitäten, die du am Tag vor einem Gespräch unbedingt meiden solltest. Diese sind:

  • Krank sein: Falls du krank bist, solltest du das Unternehmen anrufen und bitten den Termin zu verschieben. Falls das nicht geht, musst du versuchen, am nächsten Tag möglichst fit zu sein.
  • Feiern gehen/ lange wachbleiben: Vor deinem Interview solltest du auf keinen Fall feiern gehen. Nutze den Abend lieber nochmal alles in Ruhe durchzugehen. So kannst du sicher sein, am nächsten Tag 200% geben zu können.
  • Alkohol trinken: Ein Kater ist nicht die beste Voraussetzung für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch.
  • Drogen nehmen: Auch Drogen reduzieren deine Leistungsfähigkeit.

Versuche am Tag vor einem Gespräch zu entspannen: Ausgeruht und bestens vorbereitet in ein Interview zu gehen ist der beste Weg zum Wunschberuf.

Kleidung kontrollieren

Um für den nächsten Tag gewappnet zu sein, solltest du deine Kleidung bereits am Tag davor raus legen. Kontrolliere sie Flecken, Knicke etc. und probiere, ob sie dir gut passen. Auch deine Schuhe solltest du am Tag davor nochmal putzen.

Vorbereitung wiederholen

Lies dir deine vorbereiteten Fragen nochmal durch, schaue dir auch nochmal die Homepage des Unternehmens an – damit du am nächsten Tag beruhigt in das Gespräch starten kannst. Achtung: Mache dich am Tag vor einem Bewerbungsgespräch nicht mehr verrückt. Jetzt erst mit deiner Vorbereitung anzufangen, hat keinen Sinn – wenn du unseren Tipps gefolgt bist, solltest du ausreichend informiert sein.

Das Gespräch

Das Gespräch

Kurz vor dem Gespräch

Kurz bevor du in das Unternehmen gehst, gibt es ein paar Dinge zu erledigen:

  • Schalte dein Handy aus
  • Nimm deinen Kaugummi/ Bonbon raus
  • Geh nochmal auf die Toilette (kannst du auch im Unternehmen machen)

Solltest du mehr als 15min zu früh sein, warte noch vor der Tür bis du reingehst.

Die Begrüßung

Du meldest dich am Empfang an. Diesen findest du normalerweise beim Haupteingang des Unternehmens. Sage einfach, dass du ein Bewerbungsgespräch hättest. Du kriegst dann gesagt, ob du noch etwas warten sollst oder direkt zu einem Gesprächsraum gebracht.

Wichtig ist, dass du dich jedem Mitarbeiter vorstellst. Gib ihnen die Hand und schaue ihnen bei der Begrüßung in die Augen.

Während des Gesprächs

Das Gespräch geht wie von alleine. Der Interviewer führt dich durch die Fragen und sagt dir, was du machen sollst. Während des Gesprächs solltest du versuchen, ruhig zu bleiben, gib dein Bestes und erinnere dich an deine Vorbereitung. Im Gespräch solltest du offen sein und dich gut mit dem Interviewer unterhalten. Sei freundlich und nett, schließlich könnten dies deine neuen Kollegen sein.

Abschluss des Gesprächs

Zum Ende des Gesprächs gibt es normalerweise immer Zeit für Fragen deinerseits. Du solltest hier deine vorbereiteten Fragen stellen und aufmerksam zuhören – eventuell entsteht ein nettes Gespräch und du sammelst noch mehr Punkte bei deinem Interviewer.

Nach deinen Fragen ist das Gespräch zu Ende. Du solltest allerdings warten, bis der Interviewer das Gespräch beendet. Verabschiede dich wieder mit Handschlag und bedanke dich für das Gespräch:

Glückwunsch! Du hast dein Bewerbungsgespräch mit Bravour gemeistert und musst nun nur noch auf das Ergebnis warten.

Mit Nervosität umgehen

Es ist normal vor und während des Gesprächs nervös zu werden und auch völlig in Ordnung. Dir ist das Gespräch natürlich wichtig – allen Grund ein bisschen nervös zu werden. Natürlich bringt es nichts, wenn du vor Angst keinen Ton raus bekommst oder Probleme hast, klar zu denken. Daher können dir die folgenden Tipps helfen, in einer solchen Stresssituation ruhig zu bleiben:

  • Setze dich gerade hin und falte deine Hände: Diese Körperhaltung strahlt Ruhe aus
  • Atme langsam und tief aus und ein: Das tiefe Atmen beruhigt dich
  • Sprich langsam und deutlich: Du versprichst dich seltener und hast mehr Zeit zum Nachdenken
  • Lächele deinen Interviewer an: Wenn du deinen Interviewer anlächelst, lächelt er vielleicht zurück – bestes Zeichen um wieder ruhiger zu werden
  • Trink einen Schluck Wasser: Normalerweise bekommst du immer ein Getränk angeboten, nimm es an, denn es kann dir in stressigen Situationen helfen.

Falls nichts funktioniert und du das Gefühl hast, deine Nervosität senkt deine Chancen den Job zu bekommen, musst du dich abregen. Ein guter Trick ist kurz auf Toilette zu gehen und dort entspannt durchzuatmen. Frage einfach nach, ob du kurz gehen dürftest und komme entspannt wieder.

Die 10 größten Fehler

Diese Anleitung beschreibt, wie du dich in einem Bewerbungsgespräch verhalten solltest. Oft hilft dir jedoch auch zu wissen, was du auf jeden Fall vermeiden solltest. Hier ist eine Liste der 10 größten Fehler in Bewerbungsgesprächen:

1.  Keine Vorbereitung

Unvorbereitet in ein Bewerbungsgespräch zu gehen ist wie Lotto spielen: Deine Chancen sind nicht sehr hoch. Bereite dich, wie hier beschrieben, gut auf das Gespräch vor.

2.  Schlechtes Deutsch

Personaler bemängeln häufig die Deutschkenntnisse der Bewerber. Achte daher darauf, dass du die wichtigsten Grammatik- und Rechtschreiberegeln beherrschst. Zusätzlich ist es wichtig, dass du dich angemessen verständigen kannst. Versuche Umgangssprache zu vermeiden und übe vorher, dich professionell vorzustellen (inklusive deines Lebenslaufs)

3.  Schlechte Mathekenntnisse

Genauso häufig bemängeln Personaler die schlechten Mathekenntnisse von Bewerbern. Grundlegende Matheoperationen sollten für dich kein Problem sein. Übe unbedingt die Grundrechenarten, Kopfrechnen, Prozentrechnung sowie den Dreisatz.

4.  Zu Spät kommen

Unentschuldigt zu spät zu kommen, ist so, also ob du danach fragen würdest, nicht genommen zu werden. Sei rechtzeitig dort und rechne ausreichend Pufferzeit ein. Falls ungeplant etwas schief gehen sollte, informiere das Unternehmen frühzeitig.

5.  Unhöflichkeit

Eigentlich unglaublich, aber Bewerber sind oft unhöflich. Selbstverständlich bedankst du dich für alles, begrüßt und verabschiedest dich. Während des Gesprächs bist du aufmerksam und freundlich.

6.  Lügen

Wenn du lügst und die Lüge kommt raus, kannst du dich von deiner Traumstelle verabschieden. Anstatt zu lügen, versuche lieber, Schwächen mit deinen Stärken auszugleichen.

7.  Desinteresse

Zeige dem Unternehmen, dass du interessiert bist. Bereite eigene Fragen vor, sei über das Unternehmen, die Branche und den Beruf informiert und höre aufmerksam zu, wenn dir etwas erzählt wird.

8.  Nicht fit sein

Solltest du als Bewerber krank sein oder mit einem Kater zum Bewerbungsgespräch gehen, sind deine Chancen geringer als wenn du fit bist. Achte daher darauf, dass du ausgeschlafen, gesund, fit zum Gespräch gehst.

9.  Handy klingelt

Dein Handy ist während dem Gespräch ausgeschaltet. Viele Bewerber missachten diesen Tipp und gehen teilweise sogar an ihr Handy wenn es klingelt. Mehr Desinteresse und weniger Respekt kann man einem Interviewer gar nicht entgegenbringen. Schalte dein Handy daher aus.

10.10.  Du kommst nicht alleine

Lustig aber wahr – manche Bewerber nehmen ihre Familie oder Freunde mit zum Interview. Das ist ein No-Go. Du willst dem Unternehmen zeigen, dass du unabhängig und selbstständig bist. Falls du gefahren werden musst, schick deinen Fahrer in ein Café in der Nähe – nimm ihn auf keinen Fall mit.

Nachbereitung

Nachbereitung

Nur in den seltensten Fällen hast du in Bewerbungsgesprächen immer Erfolg. Es ist völlig normal, auch mal nicht genommen zu werden. Damit du allerdings aus deinen Fehlern lernst, ist Nachbereitung sehr wichtig.

Auswertungsgespräch

Nach einer gewissen Wartezeit ruft das Unternehmen dich mit der Auswertung an. Falls du nicht genommen wurdest, bekommst du ein Feedback, was nicht so gut gelaufen ist. Notiere dir dieses Feedback, damit du dich später nochmal darauf vorbereiten kannst. Zusätzlich erfrage deine Möglichkeiten: Darfst du dich eventuell später nochmal bewerben (z. B. nachdem du ein Praktikum gemacht hast)?

Eigene Unterlagen verbessern

Schau dir unmittelbar nach dem Gespräch deine Unterlagen an. Gibt es Fragen, die dich überrascht haben? Dann schreibe sie zu deiner Sammlung auf und sende sie uns über: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Hattest du das Gefühl, manche deiner Antworten sind nicht gut angekommen? Dann verbessere deine vorbereiteten Antworten in deinen Unterlagen.

Hattest du Probleme mit speziellen fachlichen Fragen, Mathe oder Deutsch? Dann schreibe dir diese Themen auf und übe sie auf jeden Fall vor dem nächsten Gespräch noch einmal tiefer.

Nach dem Auswertungsgespräch erfährst du eventuell verbesserungswürdige Punkte. Notiere dir auch diese und versuche, deine vorbereiteten Materialien weiter zu verbessern.

Mit guter Nachbereitung schaffst du dir über die Zeit eine perfekte Grundlage für weitere Bewerbungsgespräche und kannst so deine Erfolgsaussichten erheblich erhöhen. So schaffst du es bestimmt irgendwann zu deinem Traumberuf!